Schimmelpilze:
biogene Schadstoffe mit pathogenem Potenzial

Schimmelpilze brauchen nicht viel, um zu gedeihen. Ein Quäntchen Feuchtigkeit zu viel in oder an der Bausubstanz über einen längeren Zeitraum – das reicht in der Regel schon. Die Ursache für die Feuchtigkeit zu finden und abzustellen, ist das einzig wirksame Mittel, um Schimmel loszuwerden und sein Wachstum dauerhaft zu unterbinden.

Fehler beim Bauen, altersbedingte Bauschäden und fehlerhaft beziehungsweise unzureichend aufgebrachte Dämmung oder Isolierung können dem Schimmelbefall Vorschub leisten. Auch falsches Verhalten in Bezug auf Heizen und Lüften fördern seine Ausbreitung. Manchmal kommt beides zusammen. Meine fachliche Analyse hilft in jedem Fall, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Im Idealfall ist in Innenräumen grundsätzlich kein Schimmelpilz-Wachstum nachweisbar. Weil aber die Sporen des Schimmelpilzes in der Natur (in geringer Zahl) allgegenwärtig sind und durch Belüftung von Außen nach Innen gelangen, gilt als Bewertungsgrundlage: Eine gesunde Wohn- / Arbeitssituation ist gegeben, wenn die Qualität des Wohnraums möglichst nahe an die Qualität der natürlichen Umwelt heran reicht, die Sporenkonzentration und -zusammensetzung der Innenraumluft also messtechnisch der Außenluft entspricht. Das pathogene Potenzial des Schimmelpilzes hängt folglich von der Menge ab.

Um die Frage objektiv zu beleuchten, wann Schimmelpilzbefall eine Gefahr für Ihre Gesundheit darstellt, verweise ich auf online verfügbare Informationen des Umweltbundesamtes

 

Schadstoffe und Altlasten:
wenn Chemie zur Plage wird

Chemische Innenraum-Schadstoffe, auch Wohngifte genannt, stehen seit Mitte der 1970er Jahre in der Diskussion. Hitzebeständige Faserstoffe (Asbest), Holzschutzmittel (PCP, Lindan, DDT), teerhaltige Kleb- und Dichtstoffe (PAK), Anstrich- und Fugendichtstoffe (PCB), künstliche Mineralfasern (KMF) – diese und andere Substanzen kamen über einen langen Zeitraum in unzähligen Wohnungen und Häusern zum Einsatz. Einst als Segen der chemischen Industrie gefeiert, gelten sie zwischenzeitlich, da ihre Brisanz in Bezug auf die Gesundheit bekannt ist, als so genannte „Altlasten“ und sind größtenteils verboten – aber immer noch präsent.

Bis heute stellen Altlasten eine Herausforderung auf vielen Ebenen dar. Das wird leider auch in Zukunft so sein, weil Altlasten vielfach immer noch im Bestand sind. Im Zweifelsfall sollten Sie deshalb eine Immobilie vor dem Erwerb oder dem Verkauf auf baustoff- und nutzungsbedingte Altlasten prüfen. Bei Anzeichen für eine Belastung trägt eine fachliche Analyse dazu bei, böse Überraschungen abzuwenden.

Besteht in einem bewohnten / gewerblich genutzten Gebäude der Verdacht auf eine Freisetzung nachweislich gesundheitsgefährdender Altlasten in die Innenraumluft, so ist der Eigentümer gegenüber Dritten verpflichtet, eine Schadstoffuntersuchung zu veranlassen und gegebenenfalls zu mindern.

Vor der Aufnahme von Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI) muss der Eigentümer den ausführenden Betrieb auf etwaige Schadstoffbelastungen hinweisen. Dazu bedarf es im Vorfeld einer Bestandsaufnahme (Kataster). Diverse Vorschriften dienen im Zusammenhang mit ASI-Arbeiten sowohl den Nutzern des Gebäudes als auch den Arbeitern, fernern regeln sie die fachgerechte Entsorgung schadstoffhaltiger Abfälle. So lassen sich juristische und gesundheitliche Risiken minimieren und Bauunterbrechungen, unnötiger Mehraufwand und damit einher gehende Kostensteigerungen vermeiden.

Radioaktivität / Radon: die unheimliche Unbekannte

Welche verheerende Wirkung massive radioaktive Strahlung auf Mensch und Umwelt ausübt, haben weite Teile der deutschen Bevölkerung spätestens seit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima 2011 vor Augen. Weit weniger bekannt ist, dass auch Baustoffe zur Freisetzung von Radioaktivität beitragen können. Besondere Bedeutung kommt hier dem Radon zu, einem natürlichen, radioaktiven Edelgas, das weder riecht noch schmeckt noch sichtbar ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert Sie unter der Überschrift

„Radioaktive Stoffe in Baumaterialien“ über den aktuellen Sachstand und veranschaulicht an anderer Stelle, wann und warum Radon zu einer ernst zu nehmenden Belastung wird..

Drei Aussagen machen deutlich, warum das Thema Radioaktivität / Radon nähere Betrachtung lohnt:

  1. Radioaktive Baustoffe können die natürlich gegebene Strahlung im ungünstigsten Fall verdreifachen.
  2. Die Radon-Konzentration in Innenräumen macht über 50 Prozent der „natürlichen“ Strahlenbelastung aus.
  3. Radon ist nach dem Rauchen Ursache Nummer zwei für das Entstehen von Lungenkrebs. 

Leuchtziffern alter Uhren, knallrote und giftgrüne Glasuren auf Keramiken und Fliesen, Antiquitäten aus Uranglas oder Sammlungen von Steinen und Mineralien – für sich genommen unproblematisch, können derlei Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände ganz unbemerkt zu einer Steigerung unseliger Strahlkraft beitragen.

Richtige Anlässe für eine fachkundige Untersuchung:

  • vor dem Erwerb einer Immobilie, um Risiken radioaktiver Belastungen zu beurteilen
  • vor Neubauvorhaben, um mittels Bodengasmessungen potenzielle Risiken für Radon-Belastungen zu erkennen und Maßnahmen ins Bauvorhaben zu integrieren
  • bei sichtbaren Rissen und Spalten in der Bausubstanz, insbesondere bei feuchten Kellern. Wo Wasser eindringt, findet auch Radon einen Weg in die Innenraumluft
  • vor der Auswahl von Baustoffen für Bauvorhaben oder Umbauten
  • bei Verdacht hinsichtlich auffälliger Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände, insbesondere bei Antiquitäten
  • wenn Sie in der Nähe eines Kernkraftwerks und / oder anderer kerntechnischer Anlagen wohnen

Grundsätzlich zu empfehlen ist eine Radon-Messung im Bestand im Weserbergland; das Gebiet ist potenziell Radon-auffällig, siehe Radonkarte Deutschland.

  • Berufsverband Deutscher Baubiologen e.V.
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